Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG)
Ab 01.01.2013 ist die verbesserte finanzielle Unterstützung für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (Stichwort: Demenz) sowie die Förderung einer private Pflegezusatzversicherung ein Schwerpunkt in dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz
Die wichtigsten Punkte sind
* Beratungsgutscheine
* Initiativprogramm zur Förderung neuer Wohnformen
* Verbesserte Pflegeleistungen für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz
* Zulagenförderung der privaten Pflegevorsorge

Beratungsgutscheine dazu wird der §7b „Beratungsgutscheine“ in das Sozialgesetzbuch VI aufgenommen. Die         Pflegekasse muss dem Antragssteller innerhalb von 2 Wochen entweder einen konkreten Beratungstermin anbietet oder einen Beratungsgutschein ausstellt, in dem entsprechende Beratungsstellen benannt sind.
Initiativprogramm zur Förderung neuer Wohnformen. Mit dem neuen §45e soll die Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen (Stichwort: Pflege-WG) gefördert werden. Pflegebedürftige, die an der Gründung einer gemeinsamen Wohngruppe beteiligt sind können einmalig einen Betrag in Höhe von 2.500 Euro erhalten. Auf 10000€ in Summe ist die Förderung pro Wohngruppe gedeckelt.
Verbesserte Pflegeleistungen für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. In §123 sind die Leistungen für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (Bsp. Demenz) geregelt. Das Ganze ist eine Übergangsregelung bis weitere gesetzliche Grundlagen geschaffen werden.
Ab dem 1. Januar 2013 haben Pflegebedürftige ohne Pflegestufe Anspruch auf ein Pflegegeld in Höhe von 120 Euro oder auf Pflegesachleistungen bis zu einem Betrag von 225 Euro.
Für Pflegebedürftige der Pflegestufe I, die in Ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, erhöht sich das Pflegegeld von 235 Euro auf 305 Euro und die Pflegesachleistungen werden von 450 Euro auf 665 Euro erhöht.
In der Pflegestufe II wird das Pflegegeld von 440 Euro auf 525 Euro und die Pflegesachleistung von 1.100 auf 1.250 Euro erhöht. In der Pflegestufe III bleiben die Leistungen unverändert.

Zulagenförderung der privaten Pflegevorsorge (sogenannter Pflegebahr)
In den §§126 ff ist die staatliche Förderung einer privaten Pflegetagegeldversicherung neu aufgenommen worden. Wer sich ab dem 01. Januar 2013 für den Abschluss einer privaten Pflegetagegeldversicherung entscheidet, wird mit einer monatlichen Zulage in Höhe von 5 Euro unterstützt.
Damit man die Zulage erhält, muss man zum geförderten Personenkreis gehören. Dieser definiert sich wie folgt:
1. Der oder die Zulagenberechtigte muss mindestens 18 Jahre alt sein.
2. Es muss eine soziale oder private Pflegepflichtversicherung bestehen.
3. Es werden bzw. wurden bisher noch keine Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch genommen.
Gefördert werden Produkte die die folgenden Vorgaben erfüllen:
1. Auf eine Risikoprüfung, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse wird verzichtet.
2. In der Pflegestufe III müssen im Leistungsfall mindestens 600 Euro bezahlt werden.
3. Es müssen Leistungen für alle Pflegestufen inkl. Pflegestufe 0 beinhaltet sein.
4. Die Wartezeit darf maximal 5 Jahre auf 5 Jahre beschränkt sein.

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